Agrarbetriebe in Ghana tragen rund 25 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei, fast die Hälfte aller Erwerbstätigen sind in dem Bereich beschäftigt. Gleichzeitig weist die Wertschöpfungskette gerade in der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte noch Lücken auf.
Staatssekretär Gotthardt sieht genau hier die Chance für einen Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation: „Ghana ist wirtschaftlich und politisch ein echter Stabilitätsanker in Westafrika – und schon jetzt unser zweitwichtigster Handelspartner in der Region nach Nigeria. Ich bin davon überzeugt, dass Bayern und Ghana von einer stärkeren Zusammenarbeit profitieren würden. Ghana hat mit Produkten wie Kakao, Palmöl, Cashew und tropischen Früchten echte Bestseller anzubieten. Bayerische Technologien und Dienstleistungen, vor allem in den Bereichen erneuerbare Energien, nachhaltige Bewirtschaftung, Kühlung und Transport könnten den ghanaischen Landwirten und Agrarunternehmen die Arbeit erleichtern und ihre Effizienz deutlich steigern. Deshalb werden wir in den nächsten Tagen viele Gespräche mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft führen, an deren Ende solide Partnerschaften und konkrete Projekte stehen sollen.“
Ghana ist über die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS (ca. 337 Mio. Einwohner) und die afrikanische Freihandelszone AfCFTA (rund 1,3 Mrd. Menschen) gut in den regionalen und überregionalen Wirtschaftsraum eingebunden. Obwohl die Landwirtschaft in Ghana vor allem durch kleine Höfe mit einer durchschnittlichen Größe von rund 1,2 Hektar und viel Handarbeit geprägt ist, verfolgt die ghanaische Regierung eine klar definierte Industrie und Wertschöpfungsagenda mit dem Ziel, lokale Verarbeitung und industrielle Produktion zu stärken.
Wirtschaftsstaatssekretär Gotthardt und die Delegation werden in der Hauptstadt Accra und deren Umgebung bis Freitag wirtschaftspolitische Gespräche führen, Unternehmen besichtigen und an Netzwerkveranstaltungen teilnehmen.