Die EU und die Philippinen sind bei ihrem geplanten Freihandelsabkommen (FTA) einen wichtigen Schritt vorangekommen. Beide Seiten erzielten am 22. September 2026 eine substanzielle Einigung über wesentliche Inhalte des Abkommens.
Ziel ist ein umfassendes und modernes Freihandelsabkommen, das den Marktzugang für Waren, Dienstleistungen und Investitionen verbessert und zugleich verbindliche Regelungen für nachhaltigen Handel schafft. Die Philippinen sind für die EU ein wichtiger Partner in der Indo-Pazifik-Region. Das Abkommen ist zudem Teil der europäischen Strategie, die Handelsbeziehungen mit den Mitgliedstaaten des südostasiatischen Staatenverbunds ASEAN weiter auszubauen.
Besserer Marktzugang und weniger Handelshemmnisse
Das geplante Freihandelsabkommen umfasst zahlreiche Bereiche, die für europäische Unternehmen im Philippinengeschäft relevant sind. Dazu gehören insbesondere ein verbesserter Marktzugang für Waren und Dienstleistungen sowie Regelungen zu Investitionen und zum öffentlichen Beschaffungswesen.
Darüber hinaus sollen Hindernisse beim digitalen Handel sowie beim Handel mit Energie und Rohstoffen reduziert werden. Vereinfachte und effizientere gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Verfahren sollen den Warenverkehr zusätzlich erleichtern.
Weitere Bestandteile des Abkommens betreffen nachhaltige Lebensmittelsysteme sowie den Schutz geistigen Eigentums einschließlich geografischer Angaben. Auch Handel und nachhaltige Entwicklung spielen eine zentrale Rolle. Vorgesehen sind verbindliche Regelungen unter anderem zum Schutz von Arbeitnehmerrechten und Umweltstandards sowie zur Umsetzung von Klimazielen.
Verhandlungen bereits 2015 gestartet
Die Verhandlungen zwischen der EU und den Philippinen haben eine längere Vorgeschichte. Sie wurden erstmals im Dezember 2015 aufgenommen. Nach einer zweiten Verhandlungsrunde im Februar 2017 wurden die Gespräche jedoch ausgesetzt.
Im Juli 2023 verständigten sich beide Seiten auf eine umfassende technische Bestandsaufnahme, um die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu prüfen. Im März 2024 kündigten die EU und die Philippinen schließlich offiziell an, die Gespräche über das Freihandelsabkommen wieder aufzunehmen.
Mit der substanziellen Einigung vom September 2026 haben die Verhandlungen nun einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht.
Teil der europäischen ASEAN-Strategie
Das Abkommen mit den Philippinen ist Teil der europäischen Handelspolitik gegenüber Südostasien. Die EU verfolgt das Ziel, ein Netzwerk bilateraler Handelsabkommen mit einzelnen ASEAN-Staaten aufzubauen. Langfristig sollen diese Vereinbarungen als Grundlage für ein umfassenderes Handelsabkommen zwischen der EU und ASEAN dienen.
Für europäische Unternehmen könnte ein Abkommen mit den Philippinen insbesondere durch einen erleichterten Marktzugang und den Abbau regulatorischer Handelshemmnisse neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen.
(Quelle: EU)