Ziel der Fachreise ist es, eine strukturierte Zusammenarbeit zur bedarfsscharfen Gewinnung und passgenauen Qualifizierung junger Fachkräfte für Bayern aufzubauen und eine gemeinsame Absichtserklärung mit den Partnern vor Ort zu unterzeichnen. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit staatlichen Institutionen, Bildungsträgern und Arbeitsmarktakteuren in Tadschikistan. Die Reise dient dazu, die beteiligten Partner kennenzulernen und die Grundlagen für ein nachhaltiges Fachkräfteprojekt zu schaffen.
„Mit der Zusammenarbeit mit Tadschikistan gehen wir einen wichtigen Schritt bei der internationalen Fachkräftesicherung. Jenseits des vollen Ausschöpfens und Förderns eigener Ressourcen eröffnen wir jungen Menschen konkrete Perspektiven und unterstützen gleichzeitig unsere Betriebe bei der Gewinnung dringend benötigter Auszubildender. Das ist eine echte Win-Win-Situation für beide Seiten", betont Gotthardt.
Geplant ist, dass im September 2026 erstmals rund 40 bis 50 junge Menschen aus Tadschikistan eine Ausbildung in Bayern beginnen. Die Auszubildenden werden auf Betriebe in Niederbayern und Oberbayern verteilt, insbesondere in den Regionen der Agenturen für Arbeit Deggendorf und Traunstein.
Bereits vor ihrer Einreise absolvieren die Teilnehmer Deutschkurse in ihrer Heimat. In Bayern werden die jungen Menschen während ihrer Ausbildung durch eine sogenannte „Kümmerer-Struktur“ begleitet, die von den beteiligten Handwerkskammern aufgebaut wird. Diese unterstützt bei Integration, Alltag und beruflicher Orientierung.
Das Vorhaben knüpft an bestehende Erfahrungen mit internationalen Fachkräfteprojekten an, insbesondere an das erfolgreiche Modell mit Auszubildenden aus Kirgisistan. Aufgrund vergleichbarer Rahmenbedingungen wurde Tadschikistan als weiterer Partner ausgewählt. Am Projekt beteiligt sind unter anderem die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, die Handwerkskammer für München und Oberbayern, die Agenturen für Arbeit Deggendorf und Traunstein, die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) sowie die telc gGmbH.