Eine entsprechende Absichtserklärung (Letter of Intent) haben die IHK Nürnberg für Mittelfranken, das kürzlich gegründete Work-and-stay-Center Mittelfranken, die Auslandshandelskammer für Ostafrika (AHK) und das State Department for Diaspora Affairs der kenianischen Regierung unterzeichnet.
Die Unterzeichnung fand im Rahmen eines einwöchigen Besuchs einer kenianischen Delegation in Mittelfranken statt, der Vertreterinnen und Vertreter von Regierung, Behörden und Bildungseinrichtungen angehörten. Sie führten u.a. Gespräche beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Bundesagentur für Arbeit, der Anerkennungsstelle IHK FOSA sowie in München mit Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt und Landtagsabgeordneten.
Migrationsabkommen
Ein Höhepunkt der Woche war das „IHK-Kammergespräch“, zu dem Staatsekretärin Roseline Njogu vom State Department for Diaspora Affairs zugeschaltet war. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie die Einwanderung von kenianischen Fachkräften optimal organisiert und strukturiert werden kann. Dem Letter of Intent zufolge werden die Partner diesen intensiven Dialog fortsetzen: Es sollen regelmäßig Informationen über Arbeitsmarktbedarf und Rahmenbedingungen zur Migration ausgetauscht werden. Außerdem wird geprüft, wie Anwerbung, Vorbereitung und Integration von Fachkräften in der Praxis optimiert werden können. Die Absichtserklärung sei ein erster Schritt hin zu einer formelleren Partnerschaft, so IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch. Er ist auch Geschäftsführer des neuen Work-and-stay-Center Mittelfranken, das Unternehmen und Fachkräfte bei Einwanderung und Integration unterstützen soll.
Grundlage für die Zusammenarbeit ist das Migrationsabkommen, das die Republik Kenia und die Bundesrepublik im Herbst 2024 geschlossen hatten. Ebenfalls seit dieser Zeit ist der Freistaat Bayern mit einer Repräsentanz in der kenianischen Hauptstadt Nairobi vertreten. Das neue Büro wurde damals während der Reise einer bayerischen Delegation nach Kenia und Tansania offiziell eröffnet. Bei dieser Gelegenheit führte IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch auch erste Gespräche für eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Fachkräfte-Einwanderung, die seitdem intensiviert wurden. Ein Projekt war eine sogenannte „Customer Journey“, bei der die verschiedenen Etappen von kenianischen Fachkräften bei der Einwanderung nach Deutschland analysiert und Verbesserungsvorschläge ausgearbeitet wurden.
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Unterzeichneten den Letter of Intent: Irene W. Karari (State Department for Diaspora Affairs des kenianischen Außenministeriums) sowie Bruno Backes (AHK Ostafrika), IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann und IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch (hinten, von links). (Foto: IHK/Oliver Dürrbeck):
Weg kenianischer Fachkräfte nach Deutschland: In einer „Customer Journey“ wurden die einzelnen Schritte der Fachkräfte-Einwanderung erfasst und analysiert.
Quelle: IHK Nürnnberg