
CEH – Hochpräzise Messtechnik aus Mömlingen weltweit gefragt
Mömlingen (Juli 2025) - Dass der bayerische Mittelstand auf internationalem Parkett erfolgreich agieren kann, zeigt die Firma CEH Calibration Engineering Hohmann e.K. aus Mömlingen bei Aschaffenburg. „Alles fing in der Garage unseres Wohnhauses an“, sagt Steffen Hohmann im Gespräch mit weltweit-erfolgreich.de, der die Betriebsleitung von seinem Vater Paul Hohmann 2023 übernommen hat. „Mein Vater hat sich als Diplom-Ingenieur 2002 selbständig gemacht und begann zunächst bei uns zu Hause, Präzisionsgeräte zu entwerfen und zusammenzubauen“. Heute entwickelt CEH mit insgesamt fünf Mitarbeitern in einer 400 Quadratmeter großen Werkstatt in Mömlingen die Kalibriermaschinen- und werkzeuge, die überwiegend für die Produktion von Prüf- und Messgeräten in der Medizintechnik oder im Automobilsektor zum Einsatz kommen – Kontrollgeräte für Kontrollgeräte einfach gesagt.
Seit dieser Gründung im Jahr 2002 hat sich CEH als hochspezialisierter Hersteller und Dienstleister im Bereich der Drehmoment- und Kraft-Kalibrierung verstärkt im Bereich Medizintechnik und Automotive etabliert und in der Szene einen Namen gemacht – trotz großer Konkurrenz im In- und Ausland. Aktuell bemerkenswert: Das Familienunternehmen entwickelt derzeit eine weltweit einzigartige Grundgrößeneinrichtung für die Drehmomentkalibrierung, die schon bald nach Thailand ausgeliefert wird: „Wir bauen aktuell eine Maschine, die es so nur einmal auf der Welt gibt. Unsere TSM (Torque Standard Machine) startet bereits bei einem Anfangswert von 0,5 mN·m und wird an das nationale Institut in Thailand geliefert“, erklärt Firmenchef Steffen Hohmann stolz.
IMEKO und Ausschreibungen

Der Weg ins Auslandsgeschäft begann für CEH bereits zwei Jahre nach der Gründung: Seit 2004 werden Kunden im europäischen Ausland beliefert, seit 2008 auch weltweit. Heute erhält das Unternehmen Anfragen aus Afrika, Asien, Südamerika und Europa. Besonders stark gewachsen ist das Geschäft in Asien, wo CEH seit 2019 mit einer eigenen Vertretung in Tokio/Japan aktiv ist.
„Gerade die Präsenz vor Ort hat sich als entscheidender Erfolgsfaktor erwiesen“, betont Steffen Hohmann. „Ein Vertreter vor Ort versteht die kulturellen Gepflogenheiten und Marktentwicklungen deutlich besser und kann frühzeitig auf Veränderungen reagieren.“ Die Plattform zum Kontaktknüpfen ist der Internationale Messkongress IMEKO, der jährlich an wechselnden Standorten weltweit stattfindet und sich das who is who im Bereich Messtechnik und Sensorik trifft. Das könnten nationale Institute für Maße und Gewichte oder auch physikalische Anstalten sein. Weitere Maßnahme, um an Kunden und Aufträge zu kommen, ist auch die Teilnahme an internationalen Ausschreibungen.
Auf die Präzision kommt´s an

Jetzt wird’s kompliziert: Neben der Herstellung von hochpräzisen Kalibrieranlagen bietet CEH auch akkreditierte Kalibrierdienstleistungen an. Seit 2022 ist das Unternehmen nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018 für Drehmomentkalibrierung bis 3 kN·m akkreditiert, ab Juli 2025 sogar bis 5 kN·m. Damit kann CEH Kalibrierungen ab einem Messwert von 1 mN·m anbieten – kurz gesagt: CEH bietet damit eine Dienstleistung an, die weltweit in diesem kleinen Bereich nur von wenigen Anbietern erbracht wird.
Förderprogramm Go International im Fokus

Auch das bayerische Förderprogramm Go International spielt für CEH eine wichtige Rolle in CEHs Internationalisierungsstrategie. „Go International steht aktuell auf Platz 2 unserer todo-Liste. Wir sehen mit der Teilnahme an diesem Programm großes Potenzial, unser internationales Geschäft weiter auszubauen“, so Steffen Hohmann. Da die Website der Firma gerelauncht, in andere Sprachen übersetzt und auch auf den sozialen Medien präsenter werden soll, wird CEH an Go International teilnehmen. Diese Maßnahmen werden im Rahmen dieses Programms gefördert.
Erfolgsfaktor interkulturelle Kompetenz
Für andere Unternehmen, die den Schritt ins Ausland wagen möchten, hat Steffen Hohmann Tipps: „Man sollte sich intensiv mit den kulturellen Eigenheiten des Zielmarkts auseinandersetzen. Es gibt nichts Schlimmeres, als Kunden unbeabsichtigt zu verärgern. Eine falsche Geste oder ein Missverständnis können schnell zu langwierigen Diskussionen führen, besonders im asiatischen Raum. Daher gilt: Lieber eine Videokonferenz oder eine E-Mail mehr, um alle Details vorab genau zu klären.“
Ganz wichtig sei auch, sich mit den jeweiligen Zollbestimmungen des Ziellandes auseinanderzusetzen und sich weit im Voraus gut zu informieren, da man sonst böse Überraschungen an See- oder Flughäfen erleben könne, so Steffen Hohmann. Hier hilft auch das Zurate ziehen des Expertise der IHK Aschaffenburg. „Die MitarbeiterInnen der Abteilung International sind gleich in der Nähe und können neben den Zollauskünften auch bei Fragen zu neuen Märkten oder eben nach Fördermöglichkeiten wie eben Go International weiter helfen“.
Mit Weitblick, Präzision und interkultureller Sensibilität hat sich CEH als globaler Anbieter für hochpräzise Messtechnik etabliert und zeigt, wie bayerische Innovationskraft weltweit erfolgreich sein kann.
In Kooperation mit
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