Menschen, Märkte, Mentalitäten: ti communication GmbH
Internationale Projekte scheitern selten am Fachwissen – sondern häufig an Kommunikation, unterschiedlichen Arbeitsweisen oder kulturellen Missverständnissen. Seit mehr als 25 Jahren unterstützt die Regensburger ti communication GmbH Unternehmen weltweit dabei, genau diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Mit einem internationalen Expertennetzwerk begleitet das Unternehmen ihre Firmenkunden bei globalen Projekten, Führungskräfteentwicklung und interkultureller Zusammenarbeit.Vom Italiengeschäft zur globalen Projektbegleitung
Gegründet wurde ti communication – damals noch unter dem Namen „Team Interculturale“ – im Jahr 2000. Die ursprüngliche Idee: deutsche Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Italien unterstützen. Gründer Gerhard Hain hatte selbst erlebt, wie unterschiedlich Geschäftsprozesse, Kommunikation und Entscheidungswege in beiden Ländern funktionieren. „Unternehmen in Italien zu gründen ist nicht einfach“, erklärt Hain. „Vieles läuft dort über persönliche Beziehungen und informelle Strukturen.“
Doch schnell zeigte sich: Der Bedarf geht weit über Italien hinaus. Bereits kurz nach der Gründung kamen erste Anfragen zu China, später zu zahlreichen weiteren Märkten weltweit. Heute arbeitet ti communication mit rund 100 internationalen Experts zusammen – von Mexiko und USA über China und Thailand bis Brasilien und Finnland. . Koordiniert wird alles zentral vom Standort Regensburg aus. Hier sind acht Mitarbeiter beschäftigt. Projekte des Unternehmens führten bereits in mehr als 130 Länder.
Internationale Teams brauchen mehr als Länderwissen
Mit den internationalen Projekten veränderte sich auch das Aufgabenfeld des Unternehmens. Was ursprünglich als klassisches interkulturelles Training begann, entwickelte sich zunehmend zu Beratung, Projektbegleitung und Führungskräfteentwicklung im internationalen Umfeld. Denn die eigentlichen Herausforderungen internationaler Projekte liegen laut Hain häufig nicht allein in kulturellen Unterschieden. „Viele Unternehmen fragen zunächst nach einem interkulturellen Training“, sagt er. „In der Analyse stellen wir aber oft fest: Es geht eigentlich um Projektorganisation.“
Für Unternehmen könnten Missverständnisse in internationalen Projekten schnell Zeit, Geld und wichtige Geschäftsbeziehungen kosten.
Internationale Teams seien heute komplexer als früher. Statt klarer Länderzuordnungen arbeiten häufig Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen gemeinsam an Projekten. Ein Projektleiter aus Schweden, Ingenieure aus China und Vertriebspartner aus Brasilien – für Unternehmen werde es immer wichtiger, unterschiedliche Arbeitsweisen produktiv zusammenzubringen.
Dabei gehe es nicht darum, kulturelle Unterschiede zu vermeiden, sondern sie gezielt zu nutzen. Gerade bei vermeintlich nahen Märkten wie beispielsweise Frankreich und Tschechien würden kulturelle Unterschiede häufig unterschätzt. Viele Unternehmen gingen davon aus, dass Zusammenarbeit innerhalb Europas oder mit Nachbarländern automatisch problemlos funktioniere.
Besonders überraschend sei für viele, dass Italien und China in manchen Bereichen kulturell mehr Gemeinsamkeiten hätten als Italien und Deutschland – etwa beim Umgang mit Beziehungen oder Entscheidungswegen. „Die besten Teams entstehen dann, wenn jeder seine eigenen Stärken kennt – und gleichzeitig die Stärken der anderen zulässt“, erklärt Hain.
Globale Expertise statt klassischer Auslandsbüros
Im Laufe der Jahre baute ti communication eigene Standorte unter anderem in Shanghai, Verona oder Portland auf. Doch nicht alle internationalen Niederlassungen waren langfristig erfolgreich. Spätestens die Corona-Pandemie zeigte, wie anfällig starre Strukturen sein können.
Heute setzt das Unternehmen bewusst auf flexible internationale Netzwerke statt auf große Auslandsbüros. Weltweit arbeitet ti communication mit freiberuflichen Experts zusammen, die in den jeweiligen Ländern leben und sowohl die lokale Kultur als auch die deutsche Unternehmenskultur verstehen.
Wie breit das internationale Netzwerk inzwischen aufgestellt ist, zeigt ein besonderes Beispiel: Selbst in Sierra Leone war das Unternehmen bereits aktiv. „Dann kam Ebola und das Projekt war beendet“, erinnert sich Hain. Solche Erfahrungen zeigen, wie dynamisch internationale Zusammenarbeit sein kann – und wie wichtig lokale Expertise und flexible Strukturen sind.“
Genau darin sieht Hain einen entscheidenden Erfolgsfaktor: die Fähigkeit, eigene Grenzen zu kennen und die passenden Experten einzubinden. „Unsere Stärke liegt nicht darin, alles selbst zu wissen“, sagt er. „Unsere Stärke liegt darin zu wissen, wer im jeweiligen Land wirklich helfen kann.“
Fachkräftegewinnung wird zum Zukunftsthema
Ein wachsender Schwerpunkt ist inzwischen die internationale Fachkräftegewinnung. Viele Unternehmen stünden laut Hain vor der Herausforderung, Fachkräfte aus Drittstaaten erfolgreich zu integrieren.
Dabei beobachtet er häufig, dass Unternehmen sich zu stark auf formale Kriterien konzentrieren – etwa Sprachzertifikate oder bürokratische Prozesse. „Wir sind oft sehr formalistisch“, sagt Hain. „Dabei sollte zuerst die Frage im Mittelpunkt stehen: Passt die Person fachlich und menschlich zum Unternehmen?“ Das Unternehmen begleitet deshalb zunehmend Recruiting- und Onboarding-Prozesse internationaler Fachkräfte und unterstützt Unternehmen dabei, integrationsfähige Strukturen aufzubauen.
Internationale Zusammenarbeit als Wettbewerbsvorteil
Für Gerhard Hain steht fest: Internationale Zusammenarbeit wird für Unternehmen künftig noch wichtiger werden – gerade auch für mittelständische Betriebe. Denn globale Projekte, internationale Teams und die Gewinnung internationaler Fachkräfte gehören längst zum Alltag vieler Unternehmen.
Als international tätiges Unternehmen nutzt ti communication seit vielen Jahren den Austausch mit den bayerischen Außenwirtschaftsnetzwerken. Programme wie „Go International“ sowie die Angebote der IHK schaffen wichtige Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung. Für ti communication liefern die bayerischen Außenwirtschaftsnetzwerke zugleich wertvolle Impulse, um internationale Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Unternehmen praxisnah bei globaler Zusammenarbeit zu begleiten.
Wer kulturelle Unterschiede versteht und flexibel damit umgeht, verschafft sich dabei einen echten Wettbewerbsvorteil. Für viele mittelständische Unternehmen werde genau diese Fähigkeit künftig entscheidend sein, um international erfolgreich zu bleiben.
Oder wie Hain es formuliert: „International erfolgreich ist man dann, wenn man versteht, dass andere nicht falsch arbeiten – sondern anders.“
In Kooperation mit Enterprise Europe Network
Certificate of recognition