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Teller: Brücken zur Musik

Bubenreuth (Juli 2016) - „The bridge to music“ heißt es auf dem Katalog-Untertitel der Firma Teller. Und das, was Teller produziert, kann man in der Tat als „Brücke zur Musik“ bezeichnen: Der Traditionsbetrieb Josef Teller in dem fränkischen Ort Bubenreuth stellt seit 1891 Stege und andere Bestandteile für Streich- und Zupfinstrumente her.

Steg?

Der Steg ist ein Bestandteil eines Streich- oder Zupfinstruments, über den die Saiten gespannt sind und der die Schwingungen der gespannten Saiten auf den Klangkörper überträgt. Die Manufaktur mit insgesamt 19 Mitarbeitern ist einer von nur fünf Betrieben weltweit, die Stege für Musikinstrumente herstellt und wird von Manfred Teller und Juniorchef Bastian Teller in vierter bzw. fünfter Generation geleitet.  90 Prozent Exportanteil hat Firma Teller, China, Amerika oder Japan stehen auf der Weltkarte. Die Kunden sind Groß- oder Einzelhändler oder Musikinstrumentenbauer, die vor allem in Nord- und Südamerika, China, Japan, Korea und natürlich auch Europa sitzen. Mehrmals im Jahr nehmen die Tellers an verschiedenen Musikmessen wie z.B in Frankfurt oder in Italien teil.

„Wir fertigen alles selbst und kaufen nichts zu. Alles komplett made in Germany“, sagt Manfred Teller. Zudem würden keine chemischen Zusätze verwendet. Das Holz für die Stege, auf denen die Saiten der Streichinstrumente liegen, wird auf dem Firmengelände 7-30 Jahre gelagert, die Luft trocknet das Holz, meist Ahorn, Palisander, Buchsbaum oder Ebenholz. Mehrmals im Jahr fahren die Tellers persönlich in die bosnischen Berge, um den speziellen Spiegelahorn für ihre Stege zu finden. Die Teile entstehen durch eine Kombination von hochtechnisierten Maschinen und nach wie vor viel Handarbeit.  Ungefähr zehn Arbeitsschritte sind es, bis aus einem kleinen  Holzklotz ein fertiger Steg entsteht.

Bubenreuth bei Erlangen ist eines der wichtigsten Zentren des Musikinstrumentenbaus in Deutschland . Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich dort Vertriebene angesiedelt, die das Handwerk aus der Egerländer Heimat, dem heutigen Tschechien, mitgebracht hatten. „In direkter Nachbarschaft gibt es mehrere Geigenbauer, die direkt zu uns kommen und sagen, wie der Steg für ihr Instrument aussehen soll“, erklärt Bastian Teller. Es zählen aber nicht nur Stege zur Produktpalette von Josef Teller, auch Wirbel, Kinnhalter, Endknöpfe oder Saitenhalter gehören dazu. „Die Weltbekanntheit machen aber die Stege aus“, so Manfred und Bastian Teller. Obwohl die Manufaktur zu den Weltmarktführern zählt, sind sie nicht bequem: Auch in diesem Jahr stehen noch Messteilnahmen aus, neue Märkte wie etwa der aufstrebende Iran werden angepeilt. +++

 

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