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Malaysia: Menschen, digitale Transformation und Partnerschaften

Kuala Lumpur (Oktober 2025) - Hannes Farlock ist seit September 2025 Geschäftsführer der Malaysian-German Chamber of Commerce and Industry (AHK Malaysia). Davor war er Chef der Auslandshandelskammer AHK in Hongkong. Im Interview mit dem Außenwirtschaftsportal Bayern spricht er über seine Ziele und auch die Herausforderungen seiner neuen Wirkungsstätte.

Herr Farlock, von Hongkong nach Kuala Lumpur – mit welchen Erwartungen und persönlichen Zielen treten Sie Ihre neue Rolle als Leiter der AHK Malaysia an?

Das Bild zeigt Hannes Farlock, AHK Malysia Chef.

Der Wechsel von Hongkong nach Kuala Lumpur markiert für mich sowohl einen beruflichen als auch einen persönlichen Meilenstein. Meine Erwartungen sind geprägt von der Überzeugung, dass Malaysia eine einzigartige Chance bietet, neu zu definieren, wie eine Auslandshandelskammer in einem sich rasant verändernden wirtschaftlichen Umfeld Mehrwert schaffen kann.

Mein persönliches Ziel ist es, auf dem starken Fundament des Vertrauens aufzubauen, das die AHK Malaysia bereits geschaffen hat – und gleichzeitig neuen Schwung durch Innovation, digitale Transformation und eine intensivere regionale Zusammenarbeit einzubringen. Ich sehe meine Aufgabe nicht nur darin, die Interessen der deutschen Wirtschaft zu vertreten, sondern auch Menschen, Ideen und Chancen zwischen Deutschland und Malaysia auf eine zukunftsorientierte und für beide Seiten vorteilhaft zu verbinden.

Auf persönlicher Ebene motivieren mich Neugier und die Überzeugung, dass echter Einfluss dort entsteht, wo Kulturen aufeinandertreffen, wo Wirtschaft einem höheren Zweck dient und wo Technologie dazu eingesetzt wird, Menschen zu stärken – nicht, sie zu ersetzen.

Mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre: Welche Themen und Prioritäten möchten Sie bei der AHK besonders vorantreiben? Gibt es Bereiche, in denen Sie Veränderungen anstoßen oder neue Akzente setzen möchten?

Mit Blick nach vorn konzentrieren sich meine Prioritäten für die AHK Malaysia auf drei Säulen: Menschen, digitale Transformation und Partnerschaften.

An erster Stelle steht für mich der Mensch – denn Menschen sind das Herzstück jeder erfolgreichen Organisation. Ob es unser eigenes Team oder die Unternehmen sind, die wir betreuen: Mein Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem Zusammenarbeit, Innovation und berufliches Wachstum gedeihen. Wir wollen weiterhin ein Arbeitgeber der Wahl sein – einer, der Vielfalt, Inklusion und lebenslanges Lernen fördert.

Zweitens sehe ich – basierend auf meiner Erfahrung mit KI-gestützten Tools und Digitalisierung in meiner vorherigen Position in Hongkong – enormes Potenzial, diese Technologien auch bei der AHK Malaysia zu integrieren. Von intelligenterem Datenmanagement und Mitgliederbindung bis hin zu datenbasierten Erkenntnissen zur Stärkung unserer Beratungsleistungen geht es dabei nicht darum, Menschen zu ersetzen, sondern sie zu befähigen, strategischer und kreativer zu arbeiten.

Drittens möchten wir – während Malaysia sich zunehmend als Zentrum für grüne Industrien und fortschrittliche Fertigung positioniert – unsere Rolle als Brücke zwischen deutscher Expertise und malaysischer Innovationskraft weiter ausbauen. Dazu gehören die Förderung der Zusammenarbeit in den Bereichen Nachhaltigkeit, Industrie 4.0 und Qualifikationsentwicklung durch unsere deutschen Berufsbildungsprogramme (TVET).

Thought Leadership

Gleichzeitig möchte ich dem Bereich Thought Leadership neuen Fokus geben – also mehr Plattformen für den Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern und der Wirtschaft schaffen. Meine Vision ist, dass die AHK Malaysia künftig nicht nur Dienstleister, sondern auch ein vertrauenswürdiger Impulsgeber für Ideen ist, die die Zukunft der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen gestalten.

Malaysia ist ein spannender und dynamischer Standort in Südostasien. Welche Schlüsselfaktoren könnten Ihrer Meinung nach bayerische Unternehmen dazu bewegen, sich dort zu engagieren?

Malaysia bleibt eines der attraktivsten Ziele in Südostasien für bayerische und deutsche Unternehmen, die ihre Präsenz in der Region ausbauen oder diversifizieren möchten. Im vergangenen Jahr war Deutschland nach den USA der zweitgrößte ausländische Investor mit einem Investitionsvolumen von 6,6 Milliarden Euro (32,2 Milliarden RM).

Es gibt mehrere zentrale Faktoren, die dies antreiben:

Erstens bietet Malaysia eine strategische geografische Lage im Herzen der ASEAN-Region – mit hervorragender Anbindung an wichtige Märkte wie Singapur, Thailand und Indonesien. Das macht das Land zu einem idealen Standort für Handel, Logistik und regionale Geschäftsaktivitäten.

Zweitens verfügt Malaysia über eine gut entwickelte Infrastruktur und eine hochqualifizierte, englischsprachige Arbeitskraftbasis – besonders attraktiv für Unternehmen aus den Bereichen Fertigung, Ingenieurwesen und Dienstleistungen.

Drittens zeigt die Regierung eine starke Verpflichtung zu Digitalisierung, grüner Transformation und investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen. Initiativen wie der New Industrial Master Plan 2030 und aufstrebende Wirtschaftskorridore wie die Johor–Singapore Special Economic Zone eröffnen neue Chancen für Technologietransfer, erneuerbare Energien und hochwertige Fertigung.

Freihandelsabkommen kommt

Darüber hinaus ist das in Aussicht stehende Freihandelsabkommen Malaysia–EU (FTA) eine besonders erfreuliche Entwicklung. Nach seinem Abschluss wird es die bilateralen Handelsbeziehungen stärken, den Marktzugang verbessern und ein transparenteres sowie gut kalkulierbares Geschäftsumfeld schaffen – was bayerische und europäische Unternehmen zusätzlich ermutigen dürfte, ihr Engagement in Malaysia zu vertiefen.

Nicht zuletzt beruhen die langjährigen Beziehungen zwischen Malaysia und Deutschland auf jahrzehntelangem Vertrauen und Zusammenarbeit – eine solide Grundlage. Viele deutsche Unternehmen, darunter auch zahlreiche aus Bayern, sind bereits erfolgreich in Malaysia tätig und profitieren von der stabilen Geschäftsumgebung und der Offenheit für Innovation. Insgesamt sind über 700 deutsche Unternehmen im Land aktiv.

Bei der AHK Malaysia sehen wir großes Potenzial für weitere Partnerschaften, insbesondere in den Bereichen Industrie 4.0, erneuerbare Energien und nachhaltige Stadtentwicklung.

In welchen Bereichen oder Branchen sehen Sie derzeit die größten Chancen für Unternehmen aus Bayern?

Malaysia bietet enormes Potenzial für bayerische Unternehmen, insbesondere in Sektoren, die mit Bayerns Stärken in Hochtechnologie und fortschrittlicher Fertigung übereinstimmen.

Wir beobachten ein starkes Wachstum in den Bereichen Elektronik und Elektrotechnik, erneuerbare Energien, Digitalisierung und Industrie 4.0-Lösungen – allesamt zentrale Bestandteile der nationalen Entwicklungsagenda Malaysias. Der zunehmende Fokus des Landes auf Nachhaltigkeit, grüne Mobilität und Energiewende eröffnet darüber hinaus Chancen für bayerisches Know-how in Automatisierung, Präzisionstechnik und Umwelttechnologien. Darüber hinaus bieten Medizintechnik, Logistik und professionelle Dienstleistungen attraktive Möglichkeiten – insbesondere, da Malaysia seine Rolle als regionales Drehkreuz innerhalb der ASEAN weiter stärkt.

Kurz gesagt: Die Innovationskraft Bayerns und Malaysias strategische Lage in Südostasien ergänzen sich ideal – eine natürliche und für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft.

Ganz konkret: Wie planen Sie, bayerische Unternehmer dabei zu unterstützen, sich erfolgreich in Malaysia zu etablieren?

Die AHK Malaysia versteht sich als verlässlicher Partner für deutsche Unternehmen – einschließlich bayerischer Firmen – auf jedem Schritt ihres Weges: von der ersten Markterkundung bis zur nachhaltigen Etablierung in Malaysia.

Wir unterstützen Unternehmen mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot – von Markteintrittsanalysen, Partnersuchen und Lieferantenprüfungen bis hin zur Unternehmensgründung. Darüber hinaus begleiten wir sie bei Lizenz- und Visaanträgen, um einen reibungslosen Start im malaysischen Markt zu gewährleisten.

Vor Ort können Unternehmen auf unsere lokale Expertise zugreifen – etwa durch Buchhaltungs- und Gehaltsservices, interkulturelle Trainings, Compliance-Beratung sowie die Nutzung unseres German Business Centres, eines voll ausgestatteten Bürostandorts speziell für deutsche Firmen, die neu in Malaysia starten.

Als Mitglieder der AHK Malaysia profitieren sie zudem von einer lebendigen Geschäftsgemeinschaft, exklusiven Netzwerkveranstaltungen und Wissensaustausch-Plattformen, die sie gut informiert und vernetzt halten.

Auch im Bereich Kommunikation unterstützen wir neue Marktteilnehmer dabei, ihre Markenbekanntheit durch gezielte PR- und Medienkampagnen zu stärken.

Schließlich fördern wir durch unser deutsches duales Berufsbildungsprogramm (DVT) Unternehmen, die in die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden investieren und so zur Entwicklung der nächsten Generation qualifizierter Fachkräfte in Malaysia beitragen möchten.

Das Interview wurde aus dem Englischen ins Deutsche mit Hilfe von KI übersetzt.

Interview: Karoline Rübsam, Außenwirtschaftsportal Bayern

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