Internationale Märkte sind in Bewegung. Geopolitische Konflikte verändern Lieferketten, neue Technologien beschleunigen Geschäftsprozesse und regulatorische Anforderungen stellen exportorientierte Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen. Wer im Auslandsgeschäft erfolgreich sein will, braucht deshalb nicht nur verlässliche Informationen, sondern auch erfahrene Ansprechpartner und ein belastbares Netzwerk.
Genau hier setzt die IHK Trade & Connect an. Am 19. November 2026 bringt sie in München Unternehmen, internationale Expertinnen und Experten sowie zentrale Partner der Außenwirtschaftsförderung zusammen. Das diesjährige Treffen steht dabei unter einem besonderen Vorzeichen: Die IHK Trade & Connect feiert ihr 20-jähriges Bestehen.
„Was vor 20 Jahren als Exporttag begann, hat sich zur größten Außenwirtschaftsveranstaltung Bayerns entwickelt. Heute vereint die Trade & Connect Beratung, Fachvorträge, Networking und Marktplatz an einem Tag und bietet Unternehmen damit ein echtes Rundum-Paket für ihr internationales Geschäft", so Johannes Weidl, stv. Referatsleiter Europa, Drittländer und Außenhandelsfinanzierung der IHK München für Oberbayern.
Drei Formate, ein Ziel
Das Veranstaltungskonzept verbindet Elemente einer Exportmesse, einer Konferenz und eines Netzwerktreffens. Besucherinnen und Besucher können sich ein individuelles Programm aus persönlichen Beratungsgesprächen, Fachvorträgen und Begegnungen auf dem Marktplatz zusammenstellen.
Im Mittelpunkt stehen die Einzelberatungen mit Fachleuten der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs). Sie kennen die jeweiligen Märkte, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Geschäftskulturen aus erster Hand. Unternehmen können mit ihnen konkrete Fragen besprechen – etwa zu Marktchancen, Branchenentwicklungen, Investitionsbedingungen oder zum Aufbau von Kooperations- und Vertriebspartnerschaften. Auch Themen wie Beschaffung, Firmengründung und Geschäftsanbahnung können in den Gesprächen behandelt werden.
Damit richtet sich die Veranstaltung sowohl an außenwirtschaftlich erfahrene Unternehmen als auch an Betriebe, die erste Schritte in internationale Märkte planen. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bietet die Möglichkeit, an einem Tag mehrere Märkte und Ansprechpartner kennenzulernen, einen kompakten Einstieg in neue Auslandsvorhaben.
Themen, die das internationale Geschäft bewegen
Ergänzt werden die individuellen Beratungen durch ein Vortragsprogramm zu aktuellen Herausforderungen der Außenwirtschaft. Nach der offiziellen Eröffnung durch Dr. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, stehen zunächst digitale Zollprozesse im Fokus. Johanna Wegner, Referatsleiterin Zoll und Außenwirtschaftsrecht bei der IHK für München und Oberbayern, zeigt auf, warum eine verlässliche Datenbasis zunehmend über den Erfolg internationaler Geschäfte entscheidet.
Weitere Vorträge widmen sich den Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Handel und Lieferketten sowie geopolitischen Risiken im Zeichen von Autokratien und Diktaturen. Dazu geben Dr. Marcus Knupp von Germany Trade & Invest und der Politikwissenschaftler und Autor Marcel Dirsus ihre Einschätzungen.
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf technologische Entwicklungen. Prof. Dr. Marten Risius von der Hochschule Neu-Ulm spricht über Desinformation im Zeitalter der künstlichen Intelligenz und die daraus entstehenden Herausforderungen für international tätige Unternehmen. Abschließend gibt Dr. Maximilian Bock von Bayern Innovativ einen Einblick in die Entwicklung humanoider Roboter und deren mögliche Bedeutung für die Wirtschaft.
Beratung trifft Vernetzung
Neben Vorträgen und Einzelgesprächen bietet der Marktplatz Raum für den persönlichen Austausch. Dort präsentieren sich Institutionen und Dienstleister aus den Bereichen Finanzierung, Förderprogramme, Messebeteiligung, Exportabsicherung und internationale Geschäftsanbahnung. Unternehmen können Kontakte zu potenziellen Kooperationspartnern knüpfen, Erfahrungen austauschen und Unterstützungsangebote für ihre Auslandsvorhaben kennenlernen.
Dieser direkte Austausch ist ein zentraler Bestandteil der Trade & Connect. Denn gerade in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten gewinnen persönliche Kontakte an Bedeutung. Sie helfen dabei, Entwicklungen besser einzuordnen, Entscheidungen vorzubereiten und neue Geschäftsmöglichkeiten realistisch zu bewerten.
„An einem Tag treffen Unternehmen Expertinnen und Experten der Auslandshandelskammern aus mehr als 60 Ländern. Sie kennen die Märkte aus erster Hand und sagen auch ganz ehrlich, was funktioniert und was nicht”, sagt Weidl. „Zölle, Handelsabkommen, geopolitische Spannungen und der Wettbewerbsdruck aus China beschäftigen derzeit viele Unternehmen besonders. Gleichzeitig verändern Digitalisierung und KI die Spielregeln im internationalen Geschäft. Da ist gute Beratung umso wichtiger."
Seit 20 Jahren ein Treffpunkt der Außenwirtschaft
Seit zwei Jahrzehnten bringt die IHK Trade & Connect die bayerische Wirtschaft mit dem internationalen Außenwirtschaftsnetzwerk zusammen. Wie groß der Beratungsbedarf ist, zeigte auch die Veranstaltung im Jahr 2025: Knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten das Angebot, zudem wurden fast 600 Beratungsgespräche mit AHK-Fachleuten aus 60 Ländern gebucht.
Im Jubiläumsjahr führt die Veranstaltung dieses bewährte Konzept fort und greift zugleich Themen auf, die das Auslandsgeschäft von morgen prägen. Unternehmen erhalten damit nicht nur Informationen zu einzelnen Zielmärkten, sondern auch Orientierung in einem zunehmend komplexen internationalen Umfeld.
Die IHK Trade & Connect 2026 findet am 19. November in München statt. Die Teilnahme kostet 55 Euro pro Person inklusive Mehrwertsteuer. Im Ticket enthalten sind die AHK-Beratungen, das Vortragsprogramm, der Zugang zum Marktplatz sowie Catering und Kaffeebar. Eine Voranmeldung ist über die IHK für München und Oberbayern möglich.
Weitere Informationen und die Anmeldung gibt es online.