Münchner ExportKontrollWoche
Kompakt. Aktuell. Praxisnah.
So war´s: ExportKontrollWoche 2025 mit Rekordresonanz!
München - Mit rund 3.000 Anmeldungen war die Münchner ExportKontrollWoche 2025 ein voller Erfolg. Vom 27. bis 31. Oktober 2025 bot die digitale Veranstaltungsreihe an fünf Vormittagen praxisnahe Einblicke in topaktuelle Entwicklungen der Exportkontrolle. Hochkarätige Referentinnen und Referenten aus Verwaltung, Wissenschaft und Praxis gaben wertvolle Orientierung in einem zunehmend komplexen regulatorischen Umfeld. Das Feedback ist überwätigend:
>>> „Die Exportkontrollwoche 2025 war wieder ein sehr informatives Ereignis. Wir freuen uns jedes Jahr darauf."
Claudia Herd, CMBlu Energy AG
´>>> „Die Auswahl der Referenten war perfekt und die Erklärungen der Zusammenhänge sehr hilfreich.“
Dorothee Monnet, Thermo Fisher Scientific
>>>„Alles hochkarätige Vortragende, die sehr kompetent, detailliert und spannend die vielen Sichtweisen angesprochen und auch in Relation gesetzt haben."
Petra Röthke-Monroy G., Petra Röthke-Monroy GmbH
Tag 1: Aktuelles aus dem BAFA
Den Auftakt machte Georg Pietsch, Abteilungspräsident des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), mit einem Überblick über jüngste Änderungen im Sanktions- und Genehmigungsrecht. Im Fokus standen das 19. Sanktionspaket gegenüber Russland sowie der sogenannte „Snap-back“-Mechanismus gegenüber Iran, der seit dem 29. September 2025 wieder in Kraft ist.
Pietsch betonte, dass sich aufgrund der angespannten geopolitischen Lage Bearbeitungszeiten verlängern können und gab praktische Tipps für eine zügige Antragsbearbeitung: Unternehmen sollten vorab prüfen, ob das BAFA überhaupt zuständig ist und Anträge möglichst vollständig und plausibel einreichen.
Tag 2: Zahlungsverkehr im Embargo-Umfeld
Am zweiten Veranstaltungstag erläuterte Ulrich Möllenhoff von Möllenhoff & Partner mbB, den Zahlungsverkehr im Embargo-Umfeld. Die Sanktionsprüfung müsse sich, so Möllenhoff, nicht nur auf den Vertrag, sondern auch auf die Zahlungsabwicklung erstrecken. Eine frühzeitige Einbindung der Hausbank sei essenziell, insbesondere bei Geschäften mit Risikobezug. Zudem hob er die Bedeutung einer lückenlosen Dokumentation von Geschäftszweck, Vertragspartnern und Zahlungswegen hervor – einschließlich Registerauszügen, Management-IDs und Angaben zum beabsichtigten Geschäft.
Tag 3: Künstliche Intelligenz in der Exportkontrolle
Der dritte Tag stand im Zeichen der Zukunftstechnologie: Dr. Ulrike Jasper von der AEB SE widmete sich dem Einsatz generativer KI in der Exportkontrolle. Sie untersuchte, ob und wie KI (künftig) bei Aufgaben wie Sanktionslistenprüfung und Güterklassifizierung unterstützen kann. Jasper zeigte sowohl die Grenzen als auch das Potenzial auf und präsentierte mit dem „KI-Guide Felix“ ein praktisches Beispiel für innovative Unterstützung in der Compliance-Arbeit.
Tag 4: Herausforderungen in der Güterklassifizierung
Am Donnerstag griff Tobias Schnettler, Dipl.-Finanzwirt (FH), das Thema auf und vertiefte die Herausforderungen der Güterklassifizierung im Exportkontext. Er betonte die Bedeutung eines präzisen Promptings beim Einsatz von KI-Tools und warnte davor, Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen. Als wertvolles Hilfsmittel stellte er das Gemeinsame unverbindliche Stichwortverzeichnis des BAFA vor, das – anders als das Umschlüsselungsverzeichnis oder der EZT online – nicht von der Zolltarifnummer abhängt. Außerdem betonte Schnettler, dass es bei der Güterklassifizierung keinen Interpretationsspielraum gibt – entscheidend sind die technischen Bewertungskriterien.
Tag 5: Exportkontrolle zwischen USA, China und EU
Den Abschluss gestaltete Matthias Merz, Geschäftsführer der AWA Aussenwirtschafts-Akademie GmbH, mit einem eindrucksvollen Überblick über die geopolitischen Spannungsfelder zwischen den USA, China und der EU.
Er machte deutlich, dass moderne Exportkontrolle ein Dreiklang aus US-EAR, chinesischem ECL/MOFCOM-Regime und EU-Recht (insbesondere Art. 12g VO (EU) Nr. 833/2014) ist. Merz’ Fazit: Die Exportkontrolle wird zunehmend zur Querschnittsaufgabe in Unternehmen – mit wachsender Bedeutung, aber auch steigendem Aufwand.
Fazit
Die Münchner ExportKontrollWoche 2025 hat gezeigt, wie groß der Informations- und Austauschbedarf in der Fachwelt ist. Mit einer Mischung aus aktuellen Themen, fundierter Expertise und Praxisnähe setzte die Veranstaltungsreihe neue Maßstäbe für digitale Fachformate in der Exportkontrolle.
Die nächste Münchner ExportKontrollWoche findet im Herbst 2026 statt.
Und jetzt schon vormerken: Die digitale Zollwoche Bayern - das ehemalige Zollforum Bayern - im Juli 2026!
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Eva Wördemann
IHK für München und Oberbayern
Zoll- und Außenwirtschaftsrecht
Abt. International, Industrie, Innovation und Entrepreneurship
Telefon: 089/5116-1446
In Kooperation mit Enterprise Europe Network
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