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Süße Küsse aus Oberfranken – Die Coburger Schmätzchen schmecken auf der ganzen Welt

Coburg (November/Dezember 2025)– Weihnachtszeit – Lebkuchenzeit! Bei diesem Gebäck denken die meisten Leute an die berühmten Leckereien aus Nürnberg. Aber dass es auch etwas weiter nördlich in Franken - in Coburg – Jahrhundertealte weltberühmte Lebkuchenspezialitäten gibt, ist den wenigsten bekannt. Seit mehr als 130 Jahren steht der Name Feyler Lebküchnerei in der Coburger Rosengasse für feinstes Handwerk und regionale Tradition. Das Familienunternehmen wurde 1892 von Wilhelm Feyler gegründet – als kleine Handwerks-Bäckerei mit eigener Lebküchnerei. Heute sind die berühmten Spezialitäten weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt – und finden nicht nur in der Weihnachtszeit ihren Weg in die ganze Welt.

Bild: An der Hausfassade in der Coburger Rosengasse/alle Bilder: K. Rübsam

„Die Coburger Schmätzchen erinnern an kleine Gewürzplätzchen. Sie bestehen aus einem Honig-Lagerteig, der mit gerösteten Haselnüssen, Mandeln, edlen Gewürzen und Zitrusfrüchten verfeinert wird. Die Goldschmätzchen erhalten auf ihren Zartbitter-Überzug zusätzlich noch einen Tupfer echtes Blattgold.  Mein Urgroßvater hat diese Schmätzchen in ihrer heutigen Form geprägt – durch seine Rezeptur, durch Qualität und auch durch seine Werbung. So wurden sie zu einem süßen Markenzeichen der Region“, sagt Peter Feyler, der den Familienbetrieb mittlerweile in der vierten Generation führt. Die Teige für die Schmätzchen entwickeln zunächst in Ruhe ihr Aroma, bevor sie weiterverarbeitet werden. „Natürlich sind die genauen Rezepturen Betriebsgeheimnis“, so Peter Feyler.

 

Bild: Die Schmätzchen

Das Lebküchnerhandwerk hat in Coburg eine fast 500 jährige Traditon. Nach Feylers Worten verfügten die Coburger Lebküchner damals schon über eine eigene Innung – etwa zur gleichen Zeit wie ihre Nürnberger Kollegen. „Damit wollten sich die Lebküchner von den Bäckern abgrenzen und nicht länger unter deren Vorgaben stehen.“

Vom Hoflieferanten zur internationalen Marke

Schon früh machte sich die Manufaktur Feyler einen Namen: Bereits 1907 wurde der Gründer zum Hoflieferanten ernannt. Auf Weltausstellungen in Paris, Berlin und Brüssel wurden die Coburger Schmätzchen prämiert, und sogar bei Zeppelinflügen galten sie als beliebtes Dessertgebäck.

Der charmante Name „Schmätzchen“ – fränkischer Ausdruck für „süßer Kuss“ – ist längst ein festes Stück Coburger Identität geworden. „Mein Urgroßvater hat diesen Namen geprägt und das Gebäck damit untrennbar mit unserer Heimat verbunden“, erzählt Peter Feyler, heutiger Inhaber des Traditionsbetriebs.

Schmätzchen und Goldschmätzchen sind das ganze Jahr über erhältlich. Ergänzt wird das Sortiment durch klassische Elisenlebkuchen sowie ausgefallene saisonale Kreationen – etwa mit Erdbeere, Rhabarber, Sauerkirsche oder Marille. So entsteht eine abwechslungsreiche Mischung aus traditionellen Spezialitäten und modernen Geschmacksvarianten.

Schon früh im eCommerce unterwegs

Bis heute entstehen die Schmätzchen in echter Manufakturarbeit – mit traditionellen Rezepturen und viel Sorgfalt. „Wir beliefern heute Kunden in ganz Deutschland, die Lebkuchen oft als  Sonderanfertigungen wie Gluten freien oder veganen Varianten. Außerdem produzieren wir für Industriekunden in Deutschland und angrenzenden Ländern aus der Region, die unsere Schmätzchen als Weihnachtspräsente oder Werbegeschenke nutzen.“

Das Unternehmen ist bereits seit 25 Jahren digital bestens aufgestellt: Der Webshop www.feyler-lebkuchen.de    erschließt neue Märkte weltweit. „Es ist ein klassisches B2C-Geschäft. Wir hatten bis in die 90er Jahren eine Handelsvertretung in den USA, aber aufgrund der dortigen schwierigen Marktbedingungen haben wir das aufgegeben.“ In der Corona-Zeit hatte der Onlinehandel vieles aufgefangen. Manche Märkte seien damals weggefallen, andere nach Peter Feylers Worten stärker geworden. Wichtig sei es, flexibel zu bleiben und die Qualität zu halten.

Auch auf internationalen Messen – etwa aus der Internationalen Süßwarenmessen ISM  in Köln – war Feyler bis vor wenigen Jahren regelmäßig vertreten. „Auch dort  entstanden viele unserer Kontakte.“

Bild: Peter Feyler mit seiner weltberühmten Spezialität.

Traditionsbetriebe wie Feyler gibt es kaum noch. Früher war der Lebensmittelhandel kleinteiliger – es gab gerade im Handwerk viele familiengeführte Geschäfte. Heute dominiert der Großhandel und für Manufakturen wie Feyler ist der Preiswettbewerb im Supermarkt kaum machbar. Deshalb spielt der Auslandsmarkt für uns eine große Rolle.

„Die Kundschaft sitzt inzwischen auf allen Kontinenten“, berichtet Peter Feyler. „Von Dubai über die USA bis Mexiko – viele von ihnen sind Nachfahren ausgewanderter Coburger Familien, die ihre Lieblingsspezialität aus der Heimat weiter genießen möchten.“ Er erhält immer wieder Fotos aus der ganzen Welt von Schmätzchen-Dosen, die zu Weihnachten sogar am Pool in Florida geöffnet werden – das sei schon etwas Besonderes.

Unterstützung durch die IHK Expertise

Bild: Auch Lebkuchen aller Art sind im Angebot.

Beim Schritt auf internationale Märkte begleitet die IHK zu Coburg das Unternehmen als verlässlicher Partner. Fragen zu Zoll, Steuern und Handelsformalitäten werden hier kompetent geklärt – eine wertvolle Hilfe für kleine und mittlere Betriebe mit Exportambitionen.

„Gerade wer neu im Export ist, sollte sich frühzeitig informieren und die Seminare und Beratungsangebote der IHK nutzen“, rät Feyler. „E-Commerce ist das A und O – aber ohne das richtige Wissen zu Märkten und Regularien wird’s schwierig.“

Peter Feylers Rat für Export-Einsteiger oder Startups:

  • E-Commerce ist das A und O.
  • Vorher genau prüfen, welche Märkte und Regularien gelten.
  • Seminare der IHK besuchen – die sind eine tolle Grundlage.
  • Erst Informationen sammeln, dann handeln.

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