„Der freie Welthandel bekommt immer tiefere Risse“, sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). „Unsere Unternehmen stoßen weltweit auf mehr Zölle, mehr Auflagen, mehr Unsicherheit. Das bremst Wachstum und kostet Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt ganz aktuell der Krieg im Iran mit seinen Auswirkungen auf den internationalen Handel: Containerhandel und Luftfracht werden dadurch zusätzlich erheblich teurer.“
Zur Umfrage: Unternehmen, die im vergangenen Jahr mehr Handelshemmnisse in ihrem Auslandsgeschäft festgestellt haben, sehen sich vor allem mit höheren Zöllen konfrontiert. Knapp zwei Drittel dieser Betriebe berichten von steigenden Zollbelastungen – 86 Prozent von ihnen spüren die Auswirkungen besonders deutlich beim Handel mit den USA. Entsprechend stark hat sich die Stimmung eingetrübt. Für viele deutsche Unternehmen ist das US-Geschäft eingebrochen, die Erwartungen für das laufende Jahr liegen auf einem Rekordtief. „Die USA entwickeln sich zum Risikofaktor“, so Treier. „Hohe Zölle, politische Volatilität und rechtliche Unsicherheiten machen eine langfristige Planung zunehmend schwierig.“
Neben Zöllen prägen vor allem nicht-tarifäre Handelsbarrieren den Alltag vieler Unternehmen: Besonders häufig genannt werden lokale Zertifizierungsvorschriften (51 Prozent) und strengere Sicherheitsanforderungen (37 Prozent). Auch Exportkontrollen stellen für mehr als ein Drittel der Unternehmen (35 Prozent) eine Herausforderung dar – besonders im US- (41 Prozent) und Chinageschäft (29 Prozent).
Hausgemachte Hürden bremsen zusätzlich
Doch nicht nur außerhalb Europas wachsen die Hemmnisse: 83 Prozent der Unternehmen sehen hausgemachte Handelshürden durch EU-Regulierungen als eine Belastung für ihr Auslandsgeschäft: Lieferkettenvorgaben, Berichtspflichten, Verpackungsregeln oder der CO₂-Grenzausgleich treiben Aufwand und Kosten in die Höhe. „Unsere Unternehmen stehen unter doppeltem Druck“, warnt Treier. „Während weltweit neue Barrieren entstehen, verschärfen wir in Europa die Regulierung sogar noch weiter. Das schwächt unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb zusätzlich.“
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Quelle: DIHK