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Raffinerie mit Gewässer im Hintergrund

Lage im Nahen Osten: Hinweise für deutsche Unternehmen

Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt seit dem 28. Februar 2026 dynamisch. Für Unternehmen ergeben sich vor allem Risiken für Lieferketten, Transportverbindungen, Energiepreise und den Einsatz von Mitarbeitenden in der Region.

Lage bleibt angespannt (Update 14.04.2026)

Die am 8. April vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und Iran hat bislang nicht zu einer nachhaltigen Entspannung geführt.

Nach dem vorläufig ergebnislosen Treffen in Islamabad am 13. April haben die USA eine Blockade gegen iranische Häfen begonnen; eine verlässliche Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ist damit bislang nicht erreicht.

Eine stabile Öffnung der Straße von Hormus wäre wichtig für Energiepreise, Lieferketten und die Planbarkeit internationaler Transporte.

Laut einer ersten Auswertung der DIHK auf Basis einer AHK-Umfrage spüren rund 85 Prozent der mit Deutschland verbundenen Unternehmen die Folgen des Nahost-Kriegs direkt oder indirekt.

Die DIHK warnt, dass Störungen in den Transportwegen und Schäden an Energieinfrastrukturen die internationalen Logistikketten weiter belasten.

Unternehmen müssen sich deshalb auf ein längerfristig höheres Kostenniveau einstellen.

Auch für den Luftverkehr wächst der Druck: ACI Europe warnt vor möglichen Kerosin-Engpässen in der EU, falls sich der Transit durch die Straße von Hormus nicht bald wieder stabilisiert.

Weitere Informationen

In Hessen beteiligten sich 276 Unternehmen an einer bundesweiten DIHK-Blitzumfrage zu den Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die hessische Wirtschaft.

Zu den Ergebnissen der Hessenauswertung

Was für Unternehmen derzeit relevant ist

  • Ein Teil der weltweiten Luftfrachtkapazitäten stehen derzeit nicht zur Verfügung. Dadurch kann es zu Verzögerungen und Rückstaus im internationalen Warenverkehr kommen.
  • In der Golfregion kommt es zu Einschränkungen im Hafenbetrieb.
  • Die Straße von Hormus, ein strategischer Engpass für rund 20 Prozent des weltweiten Öltransits, ist weiterhin geschlossen. Derzeit diskutieren die Kriegsparteien eine mögliche Öffnung der Straße. 
  • Mehrere große Reedereien haben Buchungen für Teile der Golfregion gestoppt oder Routen um das Kap der Guten Hoffnung verlegt. Für Unternehmen bedeutet das längere Laufzeiten, und mehr Unsicherheit in der Planung.
  • Die großen Handelsrouten zwischen Asien, Europa und den USA sind bislang nur begrenzt betroffen. Engpässe im Einzelhandel lassen sich nach aktuellem Stand noch nicht absehen.
  • Im Containerverkehr steigen Konflikt- und Notfallzuschläge im persischen Golf. Hinzu kommen deutlich höhere Kriegsrisikoprämien in der Schifffahrt.
  • Durch die Einschränkungen im Schiffsverkehr besonders betroffen sind derzeit Öl- und Gaslieferungen. Neue Lieferverträge könnten sich deutlich verteuern. Damit steigt auch das Risiko anhaltend hoher Gaspreise im kommenden Winter, was vor allem energieintensive Unternehmen zusätzlich belasten würde. Beim Öl wirken sich Preisbewegungen besonders schnell aus: Höhere Weltmarktpreise schlagen unmittelbar auf die Kosten für Unternehmen und Verbraucher durch. Trotz des von der Bundeswirtschaftsministerin eingeleiteten Kartellverfahrens geraten bereits erste Branchen unter Druck.

Logistik- und Handelsrisiken

  • Relevanz der Straße von Hormus für Deutschland: Für die Containerschifffahrt ist die Straße von Hormus nur von untergeordneter Bedeutung; sie ist vor allem für den Öltransport strategisch wichtig. Die unmittelbare Abhängigkeit Deutschlands von der Straße von Hormus ist vergleichsweise gering. Nur 0,4 Prozent aller deutschen Importe stammen aus Ländern, die in hohem Maß auf diese Route angewiesen sind. Weniger als 1 Prozent der deutschen Importe passieren die Meerenge direkt. Dennoch wirkt sich die Schließung der Meerenge bereits auf die Lieferketten aus. 
  • Relevanz der Route am Roten Meer für Deutschland: Für den deutschen Außenhandel ist die Route über das Rote Meer deutlich relevanter. Rund 10 Prozent des deutschen Außenhandels werden über den Suezkanal abgewickelt. Etwas mehr als 9 Prozent verlaufen über die Straße von Bab al-Mandab.
  • Versorgungsketten: Es treten teils Verzögerungen bei Rohstoff- und Zwischenproduktlieferungen (z. B. Öl, Chemikalien, Gütertransit über GCC-Häfen) auf. Umleitungen über längere Seewege führen zu Mehrkosten und höheren Transitzeiten.

Wo finden deutsche Unternehmen aktuell Unterstützung?

Informationen zur Lage erteilen die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) in der Region. Sie sind für Unternehmen eine wichtige erste Anlaufstelle. Die Ansprechpartner der jeweiligen Region finden Sie hier:

Informationen des Auswärtigen Amtes / zur Ausreise von Mitarbeitern:

Für Sicherheitsinformationen und individuelle Krisenvorsorge sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sowie die Krisenvorsorgeliste ELEFAND besonders wichtig. Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsangehörigen unabhängig von Dauer und Zweck des Aufenthalts eine Registrierung in ELEFAND.

Konkrete Unterstützung bei der Ausreise von Mitarbeitern bieten außerdem die Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer und dieDelegation der Deutschen Wirtschaft in Saudi-Arabien, Bahrain & Yemen

Hinweis zur weiteren Entwicklung

Die Lage kann sich kurzfristig ändern. Unternehmen sollten ihre Annahmen zu Transport, Personal, Versorgung und Kosten deshalb laufend überprüfen und neue Entwicklungen eng verfolgen.

Weitere Informationsquellen

Statistische Kennzahlen rund um den Krieg im Nahen Osten hat das Statistische Bundesamt auf einer Sonderseite aufbereitet.

Zur Seite gelangen Sie hier:
https://www.destatis.de/DE/Home/_neue_startseite/_documents/_aktuelles/text-naher-osten.html

Das Außenwirtschaftsportal enthält Außenhandelsstatistiken zu über 150 Ländern auf der Welt für Sie bereit. 

Auf den jeweiligen Länderseiten können Sie die beispielsweise den Handel zwischen Deutschland und den jeweiligen Ländern einsehen: Bahrain, Israel, Iran, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate. 

Die Dachorganisation der Industrie- und Handelskammern hat eine Sonderseite für Unternehmen eingerichtet, die ergänzende Informationen enthält.

Sie erreichen die Seite unter: https://www.dihk.de/de/dossiers/nahost-auswirkungen-auf-die-deutsche-wirtschaft-172032

Germany Trade & Invest hat eine Sonderseite mit Informationen zu den Auswirkungen des Nahost-Krieges auf Energie, Lieferketten und Handel erstellt. Die Seite bietet zudem Zahlen und Standortanalysen. 

Zur Seite gelangen Sie hier: https://www.gtai.de/de/trade/mena-region/krieg-im-nahen-osten

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