Lage im Nahen Osten: Hinweise für deutsche Unternehmen
Die Sicherheitslage im Nahen Osten bleibt seit dem 28. Februar 2026 angespannt. Die Anfang April vereinbarte Waffenruhe hat bislang nicht zu einer nachhaltigen Entspannung geführt. Auch die Straße von Hormus ist weiterhin nicht vollständig geöffnet.
Kurzüberblick: Was deutsche Unternehmen jetzt wissen sollten
International aktive Unternehmen müssen weiterhin mit Verzögerungen, höheren Kosten und eingeschränkten Transportwegen rechnen. Besonders betroffen sind Luftfracht, Seefracht, Hafenlogistik sowie Rohstoff- und Zwischenproduktlieferungen. Unternehmen sollten die Lage fortlaufend beobachten, da kurzfristige Verschärfungen weiterhin möglich sind.
Wo finden deutsche Unternehmen aktuell Unterstützung?
Informationen zur Lage und zu wirtschaftlichen Auswirkungen erhalten Unternehmen bei den Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) und Delegationen der Deutschen Wirtschaft in der Region. Sie sind eine wichtige erste Anlaufstelle für Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in den Nahen Osten.
Ansprechpartner finden Sie hier:
- Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer
- Delegation der Deutschen Wirtschaft in Saudi-Arabien, Bahrain & Yemen
- Deutsch-Israelische Industrie- und Handelskammer,
Für Sicherheitsinformationen und individuelle Krisenvorsorge sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sowie die Krisenvorsorgeliste ELEFAND besonders wichtig. Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsangehörigen unabhängig von Dauer und Zweck des Aufenthalts eine Registrierung in ELEFAND.
Konkrete Unterstützung bei der Ausreise von Mitarbeitern bieten außerdem die Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer und dieDelegation der Deutschen Wirtschaft in Saudi-Arabien, Bahrain & Yemen.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
- Ein Teil der weltweiten Luftfrachtkapazitäten steht derzeit nicht zur Verfügung. Dadurch kann es zu Verzögerungen und Rückstaus im internationalen Warenverkehr kommen.
- In der Golfregion kommt es zu Einschränkungen im Hafenbetrieb.
- Die Straße von Hormus ist als wichtiger Transportweg weiterhin nur eingeschränkt nutzbar.
- Gestoppte Buchungen und Umleitungen über das Kap der Guten Hoffnung führen zu längeren Laufzeiten.
- Im Containerverkehr steigen Konflikt- und Notfallzuschläge im Persischen Golf. Hinzu kommen höhere Kriegsrisikoprämien in der Schifffahrt.
- Bei Rohstoff- und Zwischenproduktlieferungen, zum Beispiel bei Öl, Chemikalien oder Gütern mit Transit über GCC-Häfen, kann es zu Verzögerungen kommen.
- Unternehmen müssen mit höheren Transportkosten, längeren Transitzeiten, unsicheren Lieferterminen sowie steigenden Energie- und Produktionskosten rechnen.
Die konkreten Auswirkungen auf deutsche Unternehmen hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer in einer DIHK-Umfrage Ende April veröffentlicht: DIHK-Umfrage zu den wirtschaftlichen Folgen der Lage im Nahen Osten.
Häufige Fragen zur Lage im Nahen Osten
Warum ist die Straße von Hormus für Unternehmen relevant?
Die Straße von Hormus ist ein wichtiger Knotenpunkt für den internationalen Energie- und Warenverkehr. Einschränkungen können sich auf Ölpreise, Transportkosten, Lieferzeiten und Produktionskosten auswirken – auch bei Unternehmen, die die Meerenge nicht direkt für Importe nutzen.
Welche Unternehmen können betroffen sein?
Betroffen sein können Unternehmen mit direkten Geschäftsbeziehungen in die Golfregion, aber auch Betriebe mit internationalen Lieferketten, energieintensiver Produktion oder Abhängigkeiten von Rohstoffen und Zwischenprodukten aus der Region.
Was sollten Unternehmen jetzt prüfen?
Unternehmen sollten ihre Lieferketten, Transportwege, Lieferverträge, Versicherungen, Reiserichtlinien und Notfallkontakte überprüfen. Wichtig ist auch, alternative Routen, Lieferanten oder Lagerkapazitäten zu prüfen.
Weitere Informationsquellen
Statistische Kennzahlen rund um den Krieg im Nahen Osten hat das Statistische Bundesamt auf einer Sonderseite aufbereitet.
Zur Seite gelangen Sie hier:
https://www.destatis.de/DE/Home/_neue_startseite/_documents/_aktuelles/text-naher-osten.html
Das Außenwirtschaftsportal enthält Außenhandelsstatistiken zu über 150 Ländern auf der Welt für Sie bereit.
Auf den jeweiligen Länderseiten können Sie die beispielsweise den Handel zwischen Deutschland und den jeweiligen Ländern einsehen: Bahrain, Israel, Iran, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate.
Die Dachorganisation der Industrie- und Handelskammern hat eine Sonderseite für Unternehmen eingerichtet, die ergänzende Informationen enthält.
Sie erreichen die Seite unter: https://www.dihk.de/de/dossiers/nahost-auswirkungen-auf-die-deutsche-wirtschaft-172032
Germany Trade & Invest hat eine Sonderseite mit Informationen zu den Auswirkungen des Nahost-Krieges auf Energie, Lieferketten und Handel erstellt. Die Seite bietet zudem Zahlen und Standortanalysen.
Zur Seite gelangen Sie hier: https://www.gtai.de/de/trade/mena-region/krieg-im-nahen-osten
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