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Das Biod zeigt einen Koialabären.

Abkommen zwischen der EU und Australien

1. Wie ist der aktuelle Stand?

Nach acht Jahren Verhandlungen haben sich die Europäische Union und Australien am 24.03.2026 auf ein weitreichendes Freihandelsabkommen verständigt. Der finale Text wurde bei einem Treffen in Canberra zwischen Ursula von der Leyen und Anthony Albanese vereinbart. Das Abkommen sieht laut der Europäische Kommission den Abbau von über 99 % der Zölle vor und erleichtert europäischen Unternehmen den Zugang zum australischen Markt, insbesondere in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Telekommunikation. Zudem sollen Investitionen gesteigert und Lieferketten für kritische Rohstoffe widerstandsfähiger werden. Auch verbindliche Nachhaltigkeitsstandards, etwa zu Klima- und Umweltauflagen, sind Teil der Vereinbarung.

Parallel wurde eine vertiefte Zusammenarbeit im Bereich Sicherheit und Verteidigung beschlossen sowie vereinbart, formale Verhandlungen mit Australien im Zusammenhang mit dem Forschungsprogramm Horizon Europe aufzunehmen.

2. Noch keine Änderungen im Warenverkehr!

Mit dem Abschluss der Verhandlungen treten noch keine unmittelbaren Änderungen im Waren- oder Dienstleistungsverkehr in Kraft. Bestehende Zölle, Handelsregelungen und Verfahren bleiben zunächst unverändert.

3. Was sind die nächsten Schritte und wie ist der Zeitplan?

Nach Übersetzung und Veröffentlichung der ausgehandelten Texte muss das Abkommen von beiden Seiten gemäß den jeweiligen rechtlichen Verfahren ratifiziert werden. Auf Seiten der EU bedeutet dies, dass die Europäische Kommission dem Rat der Europäischen Union den Text zur Unterzeichnung vorschlägt. Nach Annahme durch den Rat kann das Abkommen von der EU und Australien unterzeichnet werden. Anschließend bedarf es der Zustimmung des Europäischen Parlaments sowie eines abschließenden Beschlusses des Rates. Die wirtschaftlichen Effekte des Abkommens werden schrittweise erwartet; eine Prognose zum Zeitpunkt des Inkrafttretens ist derzeit noch nicht möglich.

4. Warum ist das Abkommen wichtig für Unternehmen?

Australien ist nicht nur für die Europäische Union ein wichtiger und verlässlicher Handelspartner. Im Jahr 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von 10,3 Mrd. EUR nach Australien, während sich die Importe auf 4,6 Mrd. EUR beliefen. Zu den wichtigsten Exportgütern zählten Kraftwagen und Kraftwagenteile, Maschinen sowie pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse. Auf der Importseite dominierten Kohle, Erzeugnisse der Landwirtschaft und Jagd sowie Datenverarbeitungsgeräte und Erze.

Das Abkommen zielt darauf ab, Zölle – etwa auf Kraftfahrzeuge und -teile – deutlich zu senken. Auch für Maschinen, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse sowie zahlreiche weitere Produktgruppen sind Zollsenkungen vorgesehen. Nach Einschätzung der Europäischen Kommission könnten die EU-Exporte in den kommenden zehn Jahren um bis zu 33 % steigen, während Investitionen um bis zu 87 % zunehmen könnten. Zudem gewinnt der Zugang zu kritischen Rohstoffen weiter an Bedeutung, da Australien über umfangreiche Vorkommen verfügt. Das Land ist der weltweit größte Lithiumproduzent und viertgrößter Lieferant Seltener Erden. Vor dem Hintergrund der im Abkommen vereinbarten hohen Nachhaltigkeitsstandards werden auch in diesem Bereich neue Kooperationen zwischen europäischen und australischen Unternehmen erwartet.

5. Wie können sich Unternehmen vorbereiten?

Unternehmen wird empfohlen, die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen, insbesondere die Veröffentlichung der Vertragstexte sowie den Fortgang des Ratifizierungsprozesses. Zudem empfiehlt sich eine frühzeitige Analyse möglicher Auswirkungen auf bestehende Lieferketten.

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